A witchy Life

by Napgyermek


10
Se
Abschied... Und Neubeginn?
10.09.2017 22:10

Die letzten Tage waren geprägt vom Loslassen, von Lastern über das Selbstvertrauen im Beruf bis hin zu zerbrochenen Freundschaften.

 

Cirrus und ich taten es heute einem Ritual in der Familie gleich: Früher gingen wir jeden Sonntag Morgen mit unserem Vater in den Wald. Seit seinem Tod geriet dieses Ritual in Vergessenheit, wohl aus Selbstschutz und auch aus meiner Entwicklung heraus: In den Teeniejahren war ich irgendwann der Ansicht, dass es nicht mehr angebracht ist mit seinem Alten durch den Matsch zu stolpern, sondern dass Gamen und Rumgammeln weitaus cooler und angesagter wären. So verpasste ich die letzten Wanderungen mit meinem Vater – und verbinde damit bis heute den Schmerz einer Narbe, die sich nicht mehr ungeschehen machen lässt.

 

Zum Glück war und ist Cirrus klüger als ich. Er lässt sich noch immer zu Wanderungen begeistern und ich musste ihn daher nicht zwei Mal überreden, mit mir mitzukommen. Strahlend gab er den Marsch an, seinen Kristallstab balancierend, in perfekter Harmonie, selbst in der Bewegung. Ich beobachtete ihn dabei und staunte innerlich. Er praktiziert so schlicht und doch so effektiv!

 

Wir gingen die alten Feldwege unserer Kindheit entlang und es war weniger schmerzhaft, als ich zuerst befürchtete. Viel mehr hatte es etwas Tröstendes, als wir nach Jahren mal wieder über den Sanzenberg ins Nachbardorf liefen.
Es war, als wäre er noch da.
Es war, als hätten wir ihn nicht vergessen.
Auch wenn er immer noch fehlt. Er hat so vieles nicht mehr erlebt, so viel Gutes... Aber immerhin: Es ist ihm auch genug erspart geblieben, gerade im politisch-wirtschaftlichem Sinne, was ihm heutzutage wohl einen Herzinfarkt nach dem anderen eingebracht hätte.

 

Wir kamen in Fisibach an, vom Kanton Züri in den (beschaulicheren) Aargau. Wir schauten kurz beim "Rössli" vorbei, der Stammbeiz unserer Eltern und unserer glücklichen, unbeschwerten Kindertage. Die Kneipe ist inzwischen keine mehr, denn die Kinder der inzwischen ebenfalls verwitwete Inhaberin wollten das Geschäft nicht übernehmen.
Die Erinnerungen sind geblieben und dafür sind wir dankbar. Auch Cirrus erkannte das historische Haus gleich wieder und strahlte mich an. Ich freue mich, dass er das Vergangene oft unbeschwerter geniessen kann, so scheint es zumindest. Er ist einfach ein wahrer Sonnenschein im tristen Alltag, ohne Untertreibung! <3

 

Wir gingen weiter, nach Kaiserstuhl.
Auf dem Weg dorthin geriet der Stab von Cirrus aus dem Gleichgewicht und verlor eine weitere Ecke. Als er sich schliesslich am traurigen Überrest des Stabs zu schneiden begann, verlor auch er die Geduld und brachte einen Gedanken ins Spiel, der in mir zuletzt vermehrt aufkeimte: Es ist Zeit für neue Stäbe. Wie sich schon vor Monaten herausstellte, waren unsere Stäbe eine nahezu identische Plagiatsarbeit von weitaus berühmteren Lichtwerkzeugen. Diese sind eher mit christlicher Engelmagie geprägt, was Cirrus ohnehin mehr entsprechen würde als die Ego-Tour einer augenscheinlich reinen Geschäftsfrau. Ich sah auf meinen eigenen Stab: Auch ihm fehlte inzwischen ein Stück. Noch viel schlimmer als diesen fehlenden Splitter finde ich hingegen die Tatsache, dass mein Stab energetisch mit zwei Personen verknüpft ist, mit denen ich als solches nichts mehr zu tun habe, denn ich war nicht so klug wie Cirrus und habe die Energie meines Stabes nicht nur für meine Dualseele geöffnet, sondern eben auch Menschen, von denen ich nie dachte, dass sich unsere Wege je wieder trennen würden... Was ich bereits in der Oberstufe dachte, bevor wir uns alle auseinander zu leben begannen. Ihr seht, ich brauche oft länger, um klüger zu werden, leider. ;)


Und so willigte ich ein: Zu Mabon gibts neue Stäbe. Stäbe, die nur uns offen stehen, als Mini-Coven.
Am Ufer von Vater Rhein verabschiedeten wir unsere alten Werkzeuge. Wir dankten ihnen für die gemeinsame, schöne und intensive Zeit, bevor wir sie den kühlen Fluten des transformierenden Herbstes übergaben.
Der mächtige Strom trug sie mit sich... Und uns auf einen neuen Abschnitt einer Reise.
Ich mache es wie Cirrus. Ich freue mich auf das, was kommt, im Vertrauen darauf, dass uns alles stärker macht, was uns nicht umbringt.

Evolutionskristall
Sternenkristall
Wort des Tages
Filme für die Erde

Kommentare