A witchy Life

by Napgyermek


11
Ju
Alltagswunder
11.06.2017 22:30
Starke Ameise
Fleissige Arbeiterin
Erdmannli beim Ameisenbau

Es war ein langer Tag – und er ist noch lange nicht zu Ende, denn ich habe noch einige Arbeiten zu korrigieren, in der Hoffnung, dass meine Ausbildnerin nicht so unter Zeitdruck gerät...

Auf der Arbeit war ich heute engagiert; viele Aufgaben waren vorzeitig erfüllt. Jedoch war ich auch irgendwie verpeilt, denn Vieles rutschte mir heute aus der Hand oder landete nicht da, wo es landen sollte. Uff! Immerhin kam ich heute mal dazu, mein Mailfach auf dem kantonalen Justizserver zu entrümpeln und in die Flughafenkapelle habe ich es nach erledigtem Tagwerk auch noch geschafft.
Dort liess ich die Weisheit des Tages auf mich wirken und entzündete ich Lichter im Namen der Hoffnung, der Liebe und des Friedens, sowie eine Flamme für meine Familie. Als Dank übernahm ich die Kosten für fünf Kerzen und legte sie mit einer Notiz für kommende Besucher bereit, ganz im Sinne des
Schmetterlingseffekts. Ich reinigte den Kerzenhalter so gut es ging, indem ich erloschene Wachsklumpen aus der Halterung entfernte, um Platz für neue Lichter zu schaffen. Ausserdem deponierte ich drei kristallbesetzte Kugelschreiber beim Gästebuch, in das ich einmal mehr einen Segensgruss eintrug. Mal sehen, wie lange die Freude währt... Entweder sind derartige Gesten dieser heiligen Halle sehr gefragt, oder (was ich eher vermute/befürchte) persönlicher Einfluss scheint in der eher kühl designten Kirche nicht weiter erwünscht zu sein. Zumindest versucht habe ich es!

 

Auf dem langen Heimweg entdeckte ich einen Ameisenhaufen, während ich auf den Busz wartete. Ich war beeindruckt von der Stärke der fleissigen Tiere, die unermüdlich Gegenstände schleppten, die um ein Vielfaches grösser waren als sie selbst! Und mir fiel auf, mit welcher Selbstverständlichkeit wir diese winzigen Tiere gerne übersehen, zusammen mit so Vielem, was eigentlich immer wieder toll und erstaunlich ist:

 

* Pflanzen, die sich durch Beton- und Asphaltritzen kämpfen
* Die vielen, verschiedenen Blumen am Wegesrand
* Das Glitzern von frischem, sauberen Quellwasser aus zahlreichen Dorfbrunnen
* Die Wolkenschlösser, die von den rasenden Winden stets neu geformt werden
* Die Farbpalette eines Sonnenuntergangs, von Goldgelb bis zum Violett der nahenden Nacht
* Die unendliche Tiefe einer klaren Sternennacht
* All die Menschen um mich herum, die einander freundlich und hilfsbereit begegnen

 

Das sind lediglich Eindrücke, die ich heute bewusst wahrgenommen habe...


Unsere Welt ist voller Wunder, jeden Tag.

 

Es mag lächerlich wirken sich als 27-jährige Frau über solche Kleinigkeiten zu freuen, aber ich persönlich bin sehr dankbar für diese Gabe, solche Dinge zu erkennen und aufnehmen zu können.
Meine Sicht der Dinge ermöglicht es mir, nicht auf die Lüge "alles ist schlecht" hereinzufallen.
Sie lehrt mich stattdessen das Leben an sich zu lieben, so oft ich auch Rückschläge erleiden mag.

Und dafür bin ich wahrhaftig sehr, sehr dankbar!

Jupiter, Spica & Arcturus über Weych
Emotionaler Eremit

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