A witchy Life

by Napgyermek


18
Ma
Das Geschenk der Holda
18.05.2017 17:30

Aktuell erblüht unser Holunder prächtig und die ersten Nachbarn haben schon angefragt, ob wir die baldige Ernte mit ihnen teilen – was wir selbstverständlich tun.

Ich liebe diesen Holunderbaum, der sich nahe an unser Haus schmiegt, es behütet und beschützt, wie ein guter Geist. Noch immer habe ich ihn als kleines, zartes Zweiglein vor Augen, obwohl er in den letzten Jahren merklich zur stattlichen Grösse herangewachsen ist, der jetzt bis unters Dach reicht. Jedes Jahr wird er zu Beltane von Cirrus und mir mit weiteren, bunten Bändern geschmückt und jedes Jahr dankt er uns mit herrlichen Blüten und einer reichen Ernte, aus der sich Vieles zubereiten lässt.

Ich habe diesen Baum gepflanzt und habe ihn wachsen sehen. Es ist "mein" Baum, das Sinnbild der neuen Generation dieser Gemäuer: Er wächst und gedeiht, während die (leider verwundete) Konifere meiner Eltern, direkt nebenan, sich langsam ihrem Lebensende zuneigt, ähnlich seiner Familienhüter... Einerseits bedauere ich dies tief, doch bei allem Kummer, so schafft es auch Platz für Neues. Und das muss nicht unbedingt etwas Schlechtes bedeuten.
Mit dem Erwachen der fröhlichen Jahreszeiten verspüre ich zunehmend den Drang, zumindest etwas Farbe an die trostlose Aussenfassade zu bringen. Und seien es nur ein paar Stiefmütterchen im leeren Steintopf vor der Haustür, oder eine Reihe Tibetfahnen am verrosteten Gartenzaun, zumindest irgendwas! Ich sehne mich nach positiver Veränderung, innen wie aussen.

 

In der Volksmagie ist der Holunder tief verankert; ähnlich der Linde reicht seine Tradition weit in der Geschichte zurück. Der Holunder wird der germanischen Göttin Holda zugeordnet, die durch ihn alles Lebendige um sich herum beschützt. Er gilt als Lebensbaum, obgleich Holda die Göttin der Toten ist, denn der Tod geht Hand in Hand mit einem gelebten Leben.

Wer weiss, was noch kommen wird...
Danke.

Unsere Holunderblüten
Rubinrot
Hoffnung

Kommentare