A witchy Life

by Napgyermek


31
Ma
Der Ruf des Waldes
31.05.2017 23:10

Während die meisten Leute um mich herum heute scheinbar von einer kollektiven Aggression getrieben wurden, hatte ich einfach nur einen seltsamen, aber keineswegs unschönen Tag.

 

Bereits am frühen Morgen, beim Weg zur zwei Kilometer entfernten Bahnstation, sammelte ich Einiges an Müll am Wegesrand zusammen. Im Zug streifte mein verschlafener Blick dann den eines Fuches, der sich nahe den Schienen befand.

 

Ich kämpfte halbwegs erfolgreich gegen das fehlende Vorhandensein eines gesunden Selbstvertrauens, zog mein selbst auferlegtes Es-heisst-"essen"-und-nicht-"fressen"-Projekt trotz Versuchungen stur durch und meisterte meine Arbeit überraschend flüssig, obwohl mir die Hitze noch immer sehr zusetzt.
Dabei begegnete mir beim Nachmittagsspaziergang mit einem Klienten ein Mäusebussard, der nur wenige Meter von uns entfernt mit seiner Beute in den kräftigen Klauen triumphierte.

 

Nach erledigtem Tagwerk beschloss ich spontan dem lockenden Ruf des nahen Waldes zu folgen.

 

Ich genoss die Stille in der Luft (Wer ebenfalls in der Flugschneise lebt, kann bestens nachvollziehen, was ich meine!), spürte den gelblichen Kies des Naturwegs unter meinem goldgefärbten Schuhwerk, genoss den erfrischenden Wind auf den Wangen und die warme Sonne eines herrlichen Spätfrühlings auf der Haut, während ich dem Pfad zur grünen Oase folgte. Dabei säumten Kamille und Spitzwegerich meinen Weg, beides altbekannte und sehr nützliche Heilpflanzen. Das gesäte Korn steht bereits recht hoch, richtig stolz, und beherbergt ganze Meere aus tieforten Mohnblumen. Mutter Natur ist unendlich grosszügig, wenn man nur dazu befähigt ist, all ihre kleinen Aufmerksamkeiten auch wahrzunehmen...

 

Ich betrat die Wäldereien von Rheinau und augenblicklich wurde die angenehme, flugzeugfreie Stille mit einer harmonischen Atmosphäre ergänzt. Ich hörte die Vögel ganze Konzerte zwitschern, fleissige Hummel summen und freche Eidechsen das Laub nahe dem Feldweg aufmischen. Oder warens doch Gnome? Zwerge? Junge Trolle? Ich weiss es nicht, sie waren allesamt viel zu flink. ;)

Wilde Wiesepracht
Fleissige Hummel
Mini-Zauber am Wegesrand

Ich folgte dem verzweigten Wegsystem, ganz meinem Instinkt vertrauend.
Mal bog ich rechts ab, mal links, mal blieb ich gar nicht auf dem Weg, sondern schlug mich in die Wildnis, unsichtbaren Pfaden folgend. Ich kam dabei an vielen Feenwohnungen vorbei, an deren Eingang ich jeweils weisse Steinchen deponierte, die ich auf meiner Miniwanderung fand.
Ferner kreuzten sich meine Wege mit einem Baumportal, einem komplett hohlen Baum inmitten des Grüns, sowie einem Baumstumpf, auf dem sich ein Minitischchen aus Holz befand, mit drei nicht minder putzig geschnitzten Stühlen.

 

Schlussendlich dauerte meine Reise weit über zwei Stunden, jedoch stellte sie sich als sehr erhlosam heraus. Ich verliess den Wald mit bester Laune und einer kleinen, grauen Feder, die mir geschenkt wurde. Ich drapierte sie beim Dorfeingang, auf fruchtbarem Land, ehe ich das Dorf segnete und mich bei den Spirits bedankte. Als würde mir Fortuna höchstpersönlich in Liebe antworten, hielt so ein herannahender Busz vor mir, obwohl ich nur den Fahrplan checkte. Der Chauffeur erkannte mich und wusste, dass ich immer via Marthalen nach Winterthur fahre, deswegen hielt er extra für mich an, obwohl diese Haltestelle um diese Zeit nicht auf seinem Kurs stand.

 

Ich erreichte so ohne grosse Wartezeiten laufend meine Anschlüsse.
Im Busz Richtung Weiach, auf Höhe des Stadlersees, begegnete mir dann ein imposanter Storch, ebenfalls nah an der Strasse.

Ich frage mich, wann ich zum letzten Mal derart gehäuft mit Krafttieren konfrontiert wurde – und warum? Werden ihre Attribute bald vonnöten sein?
Es wird sich zeigen... Bestimmt.

Danke.

Smile! :D
Kleine Dienste, grosse Freude
Sonnenrad

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