A witchy Life

by Napgyermek


26
Ma
Einkehr des Geistes
26.05.2017 23:50
Spenden der Welt

Heute hatte ich, dank dem Spätdienst auf der Arbeit und dem verschlimmbesserten Buszfahrplan der Region, einmal mehr einen längeren Zwischenaufenthalt am Zürcher Flughafen.

 

Nun, ich wäre nicht ich, wenn ich die Zeit einfach ungenutzt absitzen würde... Und so begab ich mich entschlossenen Schrittes zum Check-in 2.

 

Sogleich stach mir das angestrebte Ziel ins Auge: Am Flughafen befinden sich mehrere Weltkugeln aus Plexiglas, in die die Reisenden ihre Fremdwährungen als Spende für wohltätige Zwecke werfen können. Dieses Mal wird die Spende an den WWF gehen und so warf ich einige Forintmünzen hinein, die ich heute Morgen in weiser Voraussicht extra eingepackt hatte.

Friedensgebet
Lichter der Hoffnung
#JeSuisManchester

Nachdem ich interessiert die finanzielle Vielfalt des Globus kurz musterte, lief ich weiter am Check-in entlang, an vereinzelten Touristen mit ihren Gepäckbergen und einem imposanten Securitytrio vorbei, denn nur wenige Meter weiter befindet sich die noch relativ neue Flughafenkirche.


Das langjährige Provisorium gefiel mir persönlich zwar besser, war es doch farbenfroher gestaltet und bat den Besuchern die Möglichkeit durch Mitbringinsel etwas Leben in den heiligen Raum zu bringen; die neue Kapelle ist weitaus schlichter und irgendwie "distanzierter" gestaltet, aber auch hell und einheitlich, was ebenso seinen Reiz hat.

 

Ich lief am Meditationsraum, dem Gebetsraum für muslimische Besucher und der Seelsorge vorbei, die Kapelle betretend. Sogleich umfing mich eine warme, erhabene Atmosphäre.
Ich liess das Wort des Tages, das sich direkt beim Eingang befindet, auf mich wirken und trug meinen Teil dazu bei, indem ich ein paar gesegnete Medaillen für andere Besucher als Geschenk daneben auslegte, ganz im Sinne von "Fairly take and fairly give".
Anschliessend richtete ich mich auf meinem Lieblingsplatz ein und zeigte Belle, die ja noch neu bei uns ist, erstmals die Räumlichkeiten, ehe wir gemeinsam einen wiccanischen Rosenkranz beteten. Dabei lag der Fokus vor allem darauf, der Welt Sicherheit zu wünschen, in Zeiten der Naturkatastrophen und des Terrors – passend dazu brannte auf dem Altartisch eine dicke Kerze zum Gedenken der
Opfer von Manchester nieder, zu der wir das in Ungarn gesegnete Bild eines Schutzengels dazulegten, ehe wir eine Schweigeminute einlegten. Ich musste dabei an meine Mutter denken: Sie selbst hatte in ihren jungen Jahren 4 Jahre Aufenthalt in Manchester und beschreibt sie noch heute als die schönste Zeit ihres Lebens...
Unser Friedensgebet besiegelten Belle und ich im Anschluss mit zwei Kerzen. Eine segneten wir im Namen des Friedens, die Andere weihten wir der Liebe. Wir entzündeten sie beide, in gewohnter Manier, an einer anderen Kerze in der Halterung, die kurz vor dem Erlöschen stand, um das Licht der Hoffnung symbolisch weiter zu wahren.
Zu guter Letzt liessen wir im Kirchbuch einen schlichten Segenswunsch da, ehe der instinktive Blick auf die Uhr daran erinnerte, dass es Zeit für den Rest der Heimreise war.

 

Ich verliess diesen Ort der heiligen Harmonie mit einem tiefen Gefühl der Verbundenheit, trotz aller Differenzen und Unterschiede.
Danke.

Schlichter Segen
Geschenke der Güte
Der Weg
Segnen gen Süden

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