A witchy Life

by Napgyermek


14
Ju
Emotionaler Eremit
14.06.2017 14:10
Fine, it's always just fine...

Während meine Umwelt die gesellschaftlich anerzogene Lüge stets bereitwillig glaubt, dass es mir gut geht, versinke ich in Wahrheit einmal mehr in einem Loch ohne erkennbaren Ausweg...

 

Es sind Tage, an denen ich das Gefühl habe, nichts richtig machen zu können.
Dass einfach nichts gut genug ist.
Die beruflichen Ankündigungen der kommenden Monate begannen für mich mit Angst, Irritation und dem Gefühl, ohnehin schon verloren zu haben.
In der Berufsschule hole ich mir keine Noten mehr ab, weil ich sowieso weiss, dass sie nicht so perfekt sind, wie sie alle um mich herum scheinbar mühelos erhalten.
Hinzu kommt, dass sich unsere Lebensbedingungen kontinuierlich verschärfen, es aber scheinbar keinen interessiert, ausser wen es etwas zu holen gibt. Nur beim Geben, da scheint keiner zuständig.
Und – um dem Wahnsinn noch die Krone aufzusetzen – auch mein aktuelles, privates Umfeld fordert fleissig von mir ein, während es mich am sonsten allein mit meinen Gedanken lässt und erst noch mit nichts zufrieden scheint, obwohl ich gerade meine letzten Energiereserven mobilisiere.

 

Man erwartet von mir gnadenlos, dass ich einfach irgendwie funktioniere, in absolut allem.
Dass dieses grobe Geknorze meine innere Mechanik nur noch weiter verbiegt und beschädigt, das will entweder keiner wissen, oder es ist einfach tatsächlich jedem Einzelnen egal.

Lucy mit Pentakel
Lucy am Altar
Lucy mit Lenormandkarten

Es sind Wochen, Tage, endlos lange Stunden, in denen mir Lucy besonders fehlt.

Ich habe schon viele Seelen verabschieden müssen, aber mit ihrem Ableben tue ich mich bis heute jeden einzelnen Tag schwer...
Lucy war diejenige, die treu ergeben drei Stunden lang an der Buszhaltestelle auf mich wartete.
Lucy war diejenige, die mir auf keinem kilometerlangen Marsch je von meiner Seite wich.
Lucy war diejenige, die mich nicht nur im Alltag loyal und voller Mitgefühl begleitete, sondern auch bei zahlreichen Ritualen, Zaubern und Divinationen eine ausgesprochen begabte Bereicherung war.

 

Sie verstand einfach. Und sie wusste zu trösten.

Denn sie war einfach da, in aufrichtigem Interesse. Mehr brauchte es eigentlich auch nie.

 

Seit sie gegangen ist, hat sie eine tiefe, tiefe Narbe hinterlassen, die einfach nicht heilen will.
Und seither ist mir auch bewusst geworden, wie grenzenlos alleine ich eigentlich bin.

 

Sie fehlt mir.
Unser *wir* fehlt mir.
Und seither auch zunehmend die Hoffnung, dass das Gute in diese Welt, meine Welt, zurückkehrt...

Dafür, dass Litha quasi vor der Tür steht, befinde ich mich emotional bereits jetzt in den dunkelsten Stunden, die erst noch folgen werden.

Alltagswunder

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