A witchy Life

by Napgyermek


01
Ju
Kollektiv-Blödheit kontra Kampfgeist
01.06.2017 21:00

Es gibt sie tatsächlich: Diese seltenen Tage, die vollumfänglich nicht nur für die Biotonne, sondern gleich für den Sondermüll sind, denn während es gestern wohl alle Anderen erwischte, so war ich heute an der Reihe, zusammen mit Cirrus, der sich eben ernsthaft wegen Kopfschmerzen hinlegte – was gefühlt ca. alle zwei Jahrtausende der Fall ist, echt krass...

 

Mein Tag begann mit viel zu frühem Erwachen, erneutem Einschlafen und daraus resultierendem beinahe-verschlafen.
Anschliessend setzte er seinen Wahnsinn ungebrochen in der Berufsschule fort, wo uns allen Ernstes verkündet wurde, dass wir den 22. Juni ausschliesslich mit Fachprüfungen verbringen werden. Entsprechend wagte ich es gar nicht erst irgendwelche Semesternoten entgegenzunehmen, ich beschloss stattdessen einfach gleich, das Zeugnis (ernsthaft!) in Brand zu stecken, sobald ich es erhalten werde...
Dazu gesellte sich die Willkür unserer Hauswirtschaftslehrerin, die es vorzieht mit ihrer Lieblingsschülerin Einzelshoweinlagen zu veranstalten, anstatt mit der ganzen Klasse zu arbeiten. Ich glaube, es gab in meinem ganzen Leben keinen Unterricht, den ich wirklich aus tiefstem Herzen hasste – bis mich dieses Höllensemester mit einer Doppellektion mit diesem ********* von einer inkompetenten Lehrkraft bestrafte. Ich vergleiche sie ganz bewusst nicht mit Prof. Severus Snape, denn Prof. Severus Snape verfügte wenigstens über einen ehrbaren Charakter!

 

Wie dem auch sei, jedenfalls scheint ersichtlich genug, wie es heute entsprechend mit meiner Motivation stand. Ich beschäftigte mich hauptsächlich damit, mir zu überlegen, welche amerikanischen Unternehmen ich zukünftig dank dem Trumpeltier und seiner Egomanentour gegen alle Vernunft der Welt so weit wie möglich boykottieren kann... Ist ja auch gut so, denn im Grunde genommen scheint das ganze Zeug meiner Linie grösstenteils ohnehin nicht zu bekommen. ;)

Wahlergebnis

Entsprechend geladen kam ich im Dorf an, als würden sich die angekündigten Gewitter bereits über meine Stimmung vorentladen.

Ich stresste extra von der Berufschule nach Hause, um meiner Mutter Arbeit abzunehmen. Stattdessen teilte sie mir mit, dass sies mal wieder nicht gut sein lassen konnte und die ganze Rennerei somit umsonst war, zusätzlich zum Fakt, dass sie sich einmal mehr förmlich kaputt gearbeitet hat, was mir überhaupt nicht recht ist.
Toll.
Gaaaaanz toll.

 

Dem ganzen Irrsinn setzte jedoch das Gemeindeblatt, das heute im Briefkasten lag, die Krone auf, denn die Auszählung der letzten Abstimmung findet sich darin. Und dort offenbarte sich mein persönlicher Albtraum auf allen Ebenen: Die Bestätigung meines Pessimismus während der Wahl selbst. Meine Menschenkenntnis hat mich, leider, nicht enttäuscht. Denn die die Bürger von Weych entpuppen sich zu zwei Drittel als kleine Trumpeltiere, denen schnelles und vermeintlich gutes Geld wichtiger zu sein scheint als das Wohl und die Sicherheit aller und aller, die noch folgen werden.
Wie so eine *****, nur halt in Dorfform!

 

Denn tatsächlich wurde die Energiestrategie im Dorf zu zwei Dritteln abgelehnt, während einige Seiten später bereits die nächste, begeistert formulierte Pro-Endlager-Propaganda breit auf einer ganzen A4-Seite prangt... Scheinbar ziehen es die Weycher also lieber vor, das letzte, noch nicht zubetonierte oder durch das Kieswerk ausgehöhlte Stück Land als Mülldeponie zu benutzen, anstatt mit gutem Beispiel voranzugehen. Nun... Sollen sie. Ich werde mir das (auf Steuerkosten von der Gemeinde bezahlte?) Schmierentheater der NAGRA im Oktober voraussichtlich angucken und mit ihm die Gesichter, die anscheinend dazu bereit sind, einen so hohen Tribut für so viel Ignoranz zu bezahlen.

 

Und ich werde mir diese Gesichter merken, während ich dem Dorf weiterhin zunehmend den Rücken kehre und in Zukunft keinen Städter mehr korrigieren werde, wenn er mir eine saublöde Bemerkung über "das dumme Buurepack uuf em Land usse halt" entgegenschleudern wird. Er hat nämlich scheinbar nicht einmal so unrecht.
Leider.

Sonnenrad
Boten des Sturms

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