A witchy Life

by Napgyermek


07
Au
Lux-Esbat: August 2017
07.08.2017 22:50
Roter Mond 2017

Es liegen einnehmende Tage hinter mir – uns es liegen bestimmt noch genug vor mir...

 

In den letzten Tagen hatte ich die Einarbeitung auf der neuen Betreuungsgruppe. Die Klienten sind allesamt älter als ich und sehr selbstständig. So brachte ich die Tage damit zu allerhand Eindrücke auf mich niederprasseln zu lassen, während es für mich zeitgleich ungewohnt war wenig selbst zu erledigen und stattdessen die Klienten machen zu lassen, während ich Zeit für Lernarbeiten, Mails schreiben, einfach mal hinsitzen usw. fand. Das ist zwar alles schön, aber noch sehr befremdlich für mich! Bisher hatte ich immer nur Klienten, denen ich sozusagen den Allerwertesten alleine nachtragen musste und auch ungehindert konnte.

Bisher gefällt es mir, die Leute wirken nahezu immer sehr nett, das Team ebenso. Auch zum Wohnheimkater hatte ich gleich ab der ersten Sekunde einen guten Draht, weswegen ich jetzt für ihn verantwortlich bin... =)

 

Meine Angst ist eher die, dass ich durch mein zu weites Überlegen in der Praxis alles tollpatschig in den Sand setze. Einfache Weisungen irritieren mich manchmal, weil sie so einfach sind und das führt dann zu seltsamen Situationen. Auch in diesen ersten Tagen hatte ich bereits einige dieser awkward moments. Ich hoffe, dass meine neue Praxisbegleitung dafür nicht kurz und klein urteilt, das bringe ich nämlich schon wunderbar allein hin... Bisher war er krank geschrieben und unsere erste Begegnug verlief eher suboptimal, daher habe ich vor dieser Hürde noch rechten Respekt.

Esbat-Altar im Freien
Vollmond über Weych

Aktuell scheint all das jedoch noch angenehm fern.

 

Es ist Vollmondnacht.
Über dem Dorf zeigt sich gerade das riesige Auge der Göttin, durch die partielle Mondfinsternis teilweise verdeckt.
Planeten und ferne Sterne glitzern in der klaren Nacht, die mich langsam und schützend umhüllt.
Die kühle Nachtluft klärt meinen vernebelten Geist.
Ich trage meine Sandalen und spüre das weiche Gras unter meinen nackten Füssen.
Mein Gang fühlt sich leicht an, obwohl ich von den Ferien im Heimatland her immer noch pummelig bin.

 

Ich befinde mich am Rand des Dorfes, unter einem imposanten Birnbaum, der mir einen wunderbaren Blick auf den Mond gewährt und mir zeitgleich einen Sichtschutz gegenüber nahen Anwohnern bietet.
Ich rechne damit, hier ungestörter zu sein als inmitten des Dorfes, wo das Haus meiner Familie steht.
Die Leute hier können sehr garstig sein, das haben mich zumindest 27 Jahre unfreiwilligen Aufenthalt gelehrt. Entsprechend versuche ich mein Ding schweigend durchzuziehen. Bisher kam nur eine Person auf dem nahen Weg vorbei und diese ging zum Glück zügig weiter...

 

Ich spüre eine Präsenz, bei einem nahen Baum. Sie scheint nicht schädlich und so beginne ich im letzten, schwindenen Taglicht mit dem Aufbau des Altars: 13 Muscheln, zu einem Kreis geformt. Inmitten das Räuchergefäss, dass ich schon lange nicht mehr benutzt habe. In einer Zeit des aktiven Umweltschutzes greife ich nur selten zum "sinnlosen" Zündeln und arbeite mehr mit der Wandlungskräften von Wasser, Luft und Erde... Ob das besser ist sei ruhig dahingestellt, mir persönlich entspricht es halt einfach mehr.

Der heutige Abend ist jedoch eine bewusste Ausnahme: Von Ungarn her und aufgrund noch kommender Ereignisse habe ich in dieser Nacht eine Vielzahl an Talismanen zu weihen. Da sich nicht alle gut mit Wasser segnen lassen, greife ich auf eine entsprechende Räuchermischung zurück, ehe ich jedes einzelne Stück unter dem kraftvollen Strahl des Mondes segne.

 

Anschliessend meditiere über dem heidnischen Rosenkranz, ehe ich den Spirits der grünen Hügel etwas Salz, Weihwasser und das leere Haus einer Meeresschnecke zum Dank beim Wurzelwerk da lasse. Pu und Belle sind natürlich bei allem mit von der Partie und leisten wiederum ihren energetischen Beitrag, ehe wir uns gemeinsam wieder auf den kurzen, vertrauten Heimweg begeben.

Weberin des Schicksals

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