A witchy Life

by Napgyermek


06
Se
Meh.
06.09.2017 20:10

Der Tag war schlimm, ich hab mich innerlich furchtbar aufgeregt.

 

Anstatt mich aus meinen Depressionen zu holen und auch mal Positives zu betonen, hielten es meine beiden Vorgesetzten beim obligatorischen Quartalsgespräch wohl für wichtiger, gefühlt 40 Minuten lang auf Dingen rumzureiten, die ich als ungerecht empfand und auf meiner geduldigen Persönlichkeit herumzuhacken, nur damit im Anschluss der Satz fiel: "Pass aber auf, dass man sie (ich wäre übrigens anwesend) auf der Gruppe nicht permanent kritisiert."
Ja... So scheint Logik wohl auch zu funktionieren. Ich versuchte das Ganze objektiv zu sehen und zumindest fair genug zu sein, um mir alles anzuhören, was mir bei der Bemerkung "Du musst symbolisch nicht immer so einen dicken Mantel tragen!" sehr, seeeeeehr schwer fiel.

Stand your ground

Meine Herren, hätten Sie auch nur den Hauch einer Ahnung meiner Persönlichkeit wären Sie sich zweierlei vermutlich bewusster:
1) Ich mag Mäntel. Mäntel sind bequem und imposant. Mein Gott trägt Mantel. Und zwar stolz!
2) Genau wie mein Gott habe ich auch meine Gründe, warum ich einen Mantel trage. Momentan erhält er mich am Leben, inklusive solchen Prangergesprächen. Man baut mich nicht auf, indem man meinen letzten, fundamentalen Halt untergräbt!

 

Mag sein, dass Sie, meine Herren, den Anspruch haben, dass ich mich bei Befindlichkeitsrunden mehr als nur mit "gut" ausdrücke. Nun, mal abgesehen davon, dass ich dies unter solchen Umständen vielleicht schlicht und einfach gar nicht will, habe ich auch gewisse Erwartungen an Fachpersonen im Berufsleben, z.B. ein gewisses Mass an Empathie. Aber was weiss ich schon... Lehrjahre sind keine Herrenjahre und Kritikfähigkeit ist wichtig, sagt zumindest die Gesellschaft.

 

Na ja.
Der Tag ist gelaufen, so ist es halt.
Ich zeige ihm jetzt entsprechend meinen symbolischen Mittelfinger, schlürfe meinen innerlich wärmenden Feierabend-Tee, atme tief durch und versuche zu vergessen.

Lux-Esbat: September 2017
Herbstzauber

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