A witchy Life

by Napgyermek


13
Ma
Schutz aus der Höhe
13.05.2017 21:40
Panorama auf Weych

Es ist Samstag, Tag des Saturns, der Auseinandersetzung mit den Schatten.

 

Trotz des durchzogenen Wetters zog es Cirrus und mich nach draussen. Im Dorfladen beschafften wir uns Proviant und stiegen den sogenannten "Stein" empor, einem fast 550 Meter hohen, steil abfallenden Berg aus Molasse, der sich südöstlich des Dorfes erhebt.

Cirrus, das Waldkind
Cirrus arbeitet magisch

Der Wald empfing uns trotz der nahen Schnellstrasse mit seiner eigentümlichen Ruhe.


Es ist immer schön zu sehen, wie Cirrus, mein geliebtes Brüderchen, im Wald regelrecht aufblüht. Sogar in seiner Beschäftigung haben sie diese Ressource bereits bemerkt, seit sie ihn regelmässig mit auf den Waldtag mitnehmen.

Es begann zwar leicht zu dröppeln, aber das Blätterdach schützte uns und wir schritten eisern voran, lediglich an der kühlen Waldquelle eine kurze Rast einlegend. Das Wasser kühlt herrlich das Gesicht und klärt den Blick...

Regenbogen im Stab
Blick durch den Hexenstein

Oben angekommen, erwartete uns ein gewohnt herrlicher und weiter Ausblick, trotz des peitschenden Windes auf der flachen Anhöhe und dem zunehmenden Regen.

 

Als wettererprobte Hexer liessen wir uns davon jedoch nicht in unserem Vorhaben beirren, im Gegenteil: Wir wollen die Umstände ja aktiv milde stimmen. Dieses Dorf ist angegriffen, es hat stark gelitten und seinen Schutz bitter nötig. Sofern wir aktiv etwas daran ändern können, werden wir das auch in Zukunft tun, auch wenn wir uns oft genug fragen, warum wir uns das eigentlich (noch) antun.

 

Wir bauten alles auf.
Die Karten und Stäbe wurden positioniert, ebenso die Kristallschädel und sonstige Utensilien. Wir streuten frische Semmelknödel als Gabe an die tierischen Hüter des Waldes und tranken gemeinsam aus dem Kelch auf das Wohl aller, inklusive uns selbst.

 

Dann begannen wir zu arbeiten.
Wir fokussierten auf die sichtbare Dampfsäule des KKW Leibstadt, auf die kommende Wahl zur Energiewende und den Schutz vor dem Endlager, welches hoffentlich nicht bei diesem Dorf entsteht. Wir baten inständig darum, dass die Menschen hier ihr Bewusstsein schärfen und sich nicht durch irgendwelche Schönfärberei und vermeintliche Vorteile blenden lassen.

 

Gemeinsam bereiteten wir den Schutz des Kraftfelds aus.
Wir frischten die Einigung von Paris zur Bekämpfung des Klimawandels mental auf.
Cirrus arbeitete auf seiner globalen Karte hochkonzentriert mit dem Great Barrier Reef, auf dass es sich doch noch mal erholen möge.
Ich vollzog Friedensgebet um Friedensgebet; wieder und wieder und wieder.
Pu und Belle beteiligten sich ebenfalls aktiv am Erschaffen eines Kraftfelds. Beide schillerten in allen Farben des Regenbogens, als hätten sie sich seit einer kleinen Ewigkeit auf das aktive Wirken gefreut.

Man kann über das "Esospinnergehabe" (grösstenteils nicht unberechtigt) denken, was man will – ich persönlich denke, wir könnten unsere Zeit weitaus dümmer verdaddeln. Ausserdem hat ein bisschen positiver Zuspruch zum aktiven Werk bekanntlich selten geschadet... Wie dem auch sei.

 

Erst im Laufe meiner Kamerachronik, da ich das übermässige Knipsen nie lassen kann, fiel mir bewusst auf, wie sich erst im Laufe unserer Arbeit das Wetter veränderte. Es ist nicht das erste Mal, dass sich das Wetter auffällig nach meiner Laune zu richten scheint... Aus dem drohenden Regenschauer wurde jedenfalls nach und nach ein klarer, blauer Frühlingshimmel, welcher sich auffälligerweise ausschliesslich während unserer magischen Praxis hielt. Es wurde geradezu warm und die Sonne brannte förmlich vom Himmel. Jetzt, am Abend, haben wieder die Schauer eingesetzt, alles wegspülend, was nicht mehr hierher gehört. Aber während des Zauber war die Kraft nicht nur spür-, sondern auch sichtbar; diese innere Flamme, die wir heraufbeschworen und nach aussen trugen.

Alliaria petiolata
Urtica dioica

Irgendwann gab Cirrus in seinem natürlichen Instinkt das Zeichen zum Aufbruch.

 

Der Blick durch den Hexenstein offenbarte eine leuchtende Aura (das obere Bild ist unbearbeitet und es handelt sich nicht um einen Bildfehler!), seinen Impuls bestätigend.

 

Wir dankten also den Spirits um uns, packten zusammen, liessen ein Symbol des Dankes da und verabschiedeten uns höflich, ehe wir wieder den Berg hinunter stiegen.

Lady Gaia antwortete auf ihre Art und Weise: Am Wegesrand kamen Heilpflanzen zuhauf vor und wir kehrten mit einer reichen Ernte nach Hause zurück, jedoch lediglich nur so viel pflückend, wie wir auch verbrauchen können.

Dieser Tag war eine sehr innige Erfahrung.
Danke.

Segen über Segen

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