A witchy Life

by Napgyermek


12
Ma
Segen über Segen
12.05.2017 21:10

Nachdem der Tag gut gestartet und durch einen Zwischenfall einen leichten Einbruch erlitt, erwies sich der Tag der Göttin Freya dennoch letztendlich als ein Tag der Liebe und Freude.

Diego
Willie
Puschel

Vielleicht liegts daran, dass Tiere einfach die besseren Menschen sind... Zumindest haben sie mir das heute einmal mehr bewiesen, denn heute war ich den ganzen Tag lang in der Tierbeschäftigung zu Besuch, um zu sehen, was und wie meine Klienten von der betreuten Wohngruppe so alles den ganzen Tag leisten.

 

Bereits am Mittwoch wurde mir ein kleiner Einblick gewährt und ich stellte verblüfft fest, wie locker und freundlich alle Mitarbeiter sind, obwohl sie Tag für Tag einen sehr fordernden und anspruchsvollen Job leisten, nicht nur mit den Klienten, sondern natürlich auch mit dem gewissehaften Versorgen der Tiere.
 

Auch war ich beeindruckt von der Anlage, die den tierischen Therapeuten zur Verfügung steht. Die rund drei dutzend Hühner, rund 20 Hasen, vier Ziegen, zwei Schweine und vier Alpakas haben allesamt sehr viel Platz zum Rennen, artgerecht gestaltete Unterbringungen und bekommen ausschliesslich Biofutter. Es war einfach herrlich festzustellen, dass es sowohl für die Tiere als auch für die zu Betreuenden keinen Zwang darstellt, zusammen zu arbeiten. Beide Seiten wirkten entspannt und sehr aufeinander eingespielt. Ich staunte darüber, was sich bei so manchem Klienten für ein Potenzial offenbarte, den ich zuvor nur als still und unscheinbar kannte. Auch die Geduld der Tiere fand ich beeindruckend: Wir haben Klienten, die aufgrund ihrer Krankheitsbilder oftmals sehr laut sind, permanent schreien, oder grobmotorisch manchmal etwas ungelenkt sind. Aber sämtliche Tiere meisterten diesen Umstand szuper, mit sichtbar entspannter Körperhaltung.

 

Morgens versorgten wir also gemeinsam die Tiere, misteten Ställe aus, gaben Futter und frisches Wasser. Nicht nur die autonomeren Bewohner arbeiteten hervorragend und mit viel Herzblut, auch der hochzwanghafte Klient meiner Betreuungsgruppe machte einfach spitzenmässig mit, obwohl ich für ihn ja komplett am falschen Ort war (also auf seiner Arbeit und nicht auf seiner Wohngruppe). Er gab allen Tieren zu trinken und blieb sehr konzentriert bei der Sache.


Wie schon zuvor im Kunstatelier tat ich mich anfangs sehr schwer damit, die Leute ausschliesslich anzuleiten und sie so viel Arbeit wie möglich selbst zu erledigen lassen. Ich verstehe die pädagogischen Hintergründe diesbezüglich vollkommen, jedoch bin ich auch gegenüber "normalen" Menschen sehr bedacht darauf, dass sie um mich herum nicht alles alleine machen müssen. Ich denke, es ist ein persönliches Lernfeld und auch das werde ich noch meistern... Es braucht halt Zeit.

Belle im Rhein

In der Mittagspause zog ich mich ein wenig auf die Klosterinsel zurück.

 

Einerseits wollte ich olle Quasseltante die tollen Mitarbeiter nicht permanent in Beschlag nehmen, andererseits spürte ich einen Ruf...

Es ist Freitag – ideal, um als Neuankömmling in Liebe willkommen geheissen zu werden. So suchte ich mit Belle den versteckten Kraftort der Klosterinsel aus und übergab sie dort Vater Rhein, wie ich es einst mit ihrer grossen Schwester tat. Dabei flossen die Energien merklich und auch lange, wie bereits zuvor bei Pu. Gerade noch pünktlich schafften wir es zurück zur Arbeit, erfüllt mit frischem Elan für alle kommenden, gemeinsamen Abenteuer.

 

Nachmittags gingen wir alle zusammen mit den Alpakas auf Wanderung. Gemeinsamen spazierten wir dem idyllischen Rheinufer entlang, trafen eine Ringelnatter, bewunderten die Spuren fleissiger Biber, fanden Federn. Es war beeindruckend mitzuerleben, wie einfach alle inmitten der Natur mental ruhiger wurden und wie viel Talent im Umgang mit Tieren in so manchem Klienten steckt, der sonst eher unscheinbar wirkt!

Letztendlich
ging ich völlig k.o., aber mit einem sehr, sehr guten Gefühl nach Hause.
Danke.

Lisa Thiel — Beltane (2005)
Schutz aus der Höhe

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