A witchy Life

by Napgyermek


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Au
Von Nerdgedöns und Nostalgie
19.08.2017 21:00

Aktuell bin ich mal wieder in meiner typischen Nerdschiene: YGO!, YGO! und noch mehr YGO!.

Ich habe nicht nur Onlinestreams aller klassischen Episode auftreiben können, sondern verliere mich wieder regelmässig auf irgendwelchen tumblr-Blogs, hyperventiliere auf ebay über übelst teurem Kaiba-Merch und vergewaltige Bekannte wieder regelmässig zu pseudoepischen Kartenschlachten und Fachsimpeleien über die Spiele-Entwicklung.

Yu-Gi-Oh!

Einmal mehr bin ich dabei über meine katastrophale "Gib doch dem Gegenüber erst einmal eine Chance"-Mentalität gestolpert, die sich schon bei Trump im Grunde einmal mehr als absolut fatal erwiesen hat: So habe ich nach langem Hin und Her doch mal einen aktuellen Starter gekauft, da in der Spielerszene ein Riiiiiesengeschrei um die neu aufgegleisten Regeln herrscht, die aufgrund einer neuen Monsterkartenart zustande kam.

So wurde nicht nur das Spielfeld neu aufgeteilt, die neuen Monster (die den ebenfalls blau eingefärbten Ritualmonstern unangenehm ähnlich sind) sind spieltechnisch sehr komplex aufgebaut. Bei uns Oldschool-Nerds, die schon bei den ersten Neuerungen vor Jahren prinzipiell alles Alte im neuen Gewand eisern verweigert haben, stösst dies entsprechend auf wenig Gegenliebe, ebenso wie bei kompletten Neueinsteigern.

 

Der neue Starter wurde inzwischen lieblos in eine Ecke gepfeffert, um Platz zu schaffen für die alten und neueren Klassik-Starter. Auch die digitale Version kommt glücklicherweise ohne die ganzen Reboots hervorragend aus.

 

Manchmal frage ich mich, ob ich in meiner Freizeit so zunehmend verknöchert werde, weil das Leben mich in seinem unaufhaltsamen Fortschritt (der sich obendrein nicht sehr gesund entwickelt) in seiner Flexibilität masslos überstrapaziert. Als Gegenpol erinnere ich mich entsprechend gerne an Vergangenes, was ich liebgewonnen habe. Ich merke dies z.B. auch in meinem Heimatdorf, in dem einfach alles anders ist: Kein Stein liegt mehr auf dem anderen. Nichts wirkt mehr heimisch, vertraut, sicher. Ich sehe die Dinge um mich herum immer noch anders, so, wie sie einst waren. Wir leben indes in einer sich immer schneller drehenden Spirale, die einen zunehmend den Boden unter den Füssen wegzureissen scheint... Ich hoffe, es kommen auch wieder konstante, ruhigere Zeiten.

Abendgedanken

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